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Werftgeschichte |
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Die Erste K.k. privilegierte Donau Dampfschifffahrtsgesellschaft (DDSG), welche am 13. März 1829 von zwei Engländern gegründet wurde, benötigte für ihre Schiffe eine Reparaturwerft und eine Möglichkeit diese Schiffe im Winter sich abstellen zu können. Zu diesem Zweck wurde ein Donauarm am linken Donauufer bei Korneuburg gefunden. Dort kam es im Jahr 1852 zur Gründung der Schiffswerft Korneuburg. Im Jahr der Gründung umfasste das Werftgrundstück eine Fläche von 12.000 m2 und es wurden 60 Mitarbeiter beschäftigt. 1864 wurde die erste Helling (Stapelanlage um Schiffe zu Wasser zu lassen) errichtet und es wurden weiter Werkstättengebäude errichtet. Zu diesem Zeitpunkt waren 180 Beschäftigte tätigt. Innerhalb der nächsten 30 Jahre wurde das Werftareal auf 28.200 m2 Landfläche und 25.000m2 Wasserabstellfläche (Winterhafen) vergrößert und es konnte mit dem Neubau von Güterkränen neben den Reparaturarbeiten begonnen werden.
In den Jahren 1910 bis 1914 erfolgte wieder eine Vergrößerung des Werftgeländes und eine Sicherung dieses Grundes gegen Hochwasser. 1916 erfolgte der erste Neubau von großen Tankbooten, die ausschließlich für den Donaubetrieb genutzt wurden. Im Zuge des 1.Weltkrieges ging die Budapester Werft, die ein Teilbetrieb der DDSG war, für diese verloren. Infolgedessen wurde die Schiffswerft Korneuburg mittel großer Investitionen von 1918 bis 1923 zur Neubauwerft ausgebaut. Durch diese Investitionen wurde die Leistungsfähigkeit der Werft wesentlich erhöht. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Zahl der Beschäftigten 420 Personen.
Durch die in den Jahren 1924 bis 1931 herrschende Wirtschaftskrise musste jedoch die Produktion eingeschränkt und das Personal bis auf 170 Personen reduziert werden. Nach dem ende der Wirtschaftskrise wurde in den kommende Jahren bis 1938 die Werft weiter ausgebaut. Im Zuge dieser Ausbauarbeiten wurde der größte Schiffsaufzug an der Donau errichtet. Mit dieser Vorrichtung war man in der Lage Schiffe bis zu 85m Länge und bis zu 600 Tonnen Gewicht mittels 10 auf Gleisen laufenden wagen innerhalb einer halben Stunde an Land zu ziehen. Der Personalstand konnte wieder auf 370 Mitarbeiter erhöht werden und durch die Einführung der elektrischen Schweißtechnik wurde die Qualität im Schiffbau wesentlich verbessert. In den
Jahren 1938 bis 1945 wurde die Werft in die Hermann
Göring-Werke einverleibt, wurde zum kriegswichtigen Betrieb erklärt, und als
solcher weiter ausgebaut. Neben der beträchtlichen Erweiterung der
Schiffbaueinrichtungen (Ausbau der Insel) wurde auch der Personalstand auf
rund 1.300 Mitarbeiter erhöht.
Nach Besetzung Korneuburgs 1945 kam die Werft unter sowjetische USIA- Verwaltung, der Betrieb wurde weitergeführt und es wurde für Russland produziert. 1955 erfolgte die Rückgabe an die DDSG und man begann auch mit dem Bau von Seeschiffen, wie z.B. die "Perseus" und "Proteus" mit je 1.500t Ladegewicht, die in der Nordsee eingesetzt wurden. Im Jahr 1958 hatte das Werftgelände bereits ein Ausmaß von 160.500m2, wovon rund 22.000m2 verbaut waren. Am 12. Juni 1959 wurde die Werft von der DDSG getrennt und als "Schiffswerft Korneuburg AG" selbständig weitergeführt. Der Werfthafen hatte eine Länge von 700m und eine max. Breite von 100m. 1960 wurde für einen griechischen Reeder eines der modernsten Fischerei-Fang- und Kühlschiffe gebaut und kurze Zeit darauf erfolgte die Lieferung von zwei großen, modernen Personenschiffen an die Sowjetunion ("Amur" und "Dunja"). In der Folge entwickelten die Techniker der Werft die schwimmenden Luxushotels "Wolga" und "Dnjepr", welche auch heute noch als die schönsten und elegantesten Flusspassagierschiffe Europas gelten.
1965 wurde das Flagschiff "Theodor Körner" an die österr. Reederei DDSG übergeben. Ebenso stammen die modernen Ausflugsschiffe der DDSG "Austria" (1971 gebaut) und "Wachau" (1975 gebaut) aus der Korneuburger Werft. Mit 1. Jänner 1974 wurden die österr. Schiffswerften von Korneuburg und Linz zu einer neuen Gesellschaft zusammengeschlossen, mit der Firmenbezeichnung "Österreichische Schiffswerften AG Linz Korneuburg" (ÖSWAG). Gleichzeitig erfolgte die Eingliederung in den Konzern der VÖST Alpine AG mit dem Sitz in Linz. In den folgenden Jahren wurde in Korneuburg der Großschiffbau forciert, wobei die Konstruktion in Korneuburg erfolgte und die Endmontage in einer Werft in Rumänien.
Im Jänner 1989 waren auf der Korneuburger Werft insgesamt 653 Mitarbeiter beschäftigt. Neben einer großen Zahl von Personenschiffen wurden auf der Werft auch Schwimmkräne bis zu 350t, Getreideumlader mit einer Leistung von 500t/h und Greifumlader erzeugt. Es wurden Schiffe in folgende Länder geliefert: Sowjetunion, BRD, Griechenland, Ecuador, Ägypten, Saudi-Arabien, Nigeria, Rumänien, Libyen, Irak, Indonesien, Libanon und an Abnehmer im Inland. Am 1. Jänner 1991 wurde die Werft privatisiert und 1994 endgültig geschlossen. Für den Inhalt verantwortlich: BDP Projektleitung in Anlehnung an "Korneuburg Wirtschaft im Wandel der Zeit", Ludwig Ried 1989
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